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30 Min. 45 Min. 60 Min.
29,00 € 45,00 € 50,00 € auf Rezept

KPE

Komplexe Physikalische Entstauungstherapie -
umfassende Therapie zur Behandlung von Lymphödemen

Bereits mit dem Begriff „Komplexe Physikalische Entstauungstherapie" wird darauf hingewiesen, dass für die wirksame Entstauung eine Kombination verschiedener Maßnahmen der Physikalischen Therapie/Physiotherapie notwendig ist. Die KPE besteht aus den sich ergänzenden Maßnahmen.

  • Manuelle Lymphdrainage (MLD)

  • Hautpflege

  • Kompressionstherapie (Bandage oder Kompressionsstrumpf)

  • Entstauungsübungen (Bewegungs- und Atmungstherapie)

Anzumerken hierzu ist, dass die Hauptwirkung durch die Kompressionstherapie (ca. 70%) erzielt wird. Manuelle Lymphdrainage, Hautpflege und Entstauungsübungen machen nur ca. 30 % des Erfolges aus.

Wichtig ist: Die KPE muss mit allen ihren Teilen konsequent und langfristig umgesetzt werden. Dann haben Patienten beste Chancen, beschwerdefrei zu werden. Wenn ein Teil vernachlässigt wird, verlieren auch alle anderen Teile erheblich an Wirkung.

Überblick Komplexe Physikalische Entstauungstherapie

Vor etwa 40 Jahren wurde die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) zur Behandlung chronischer Lymphödeme entwickelt. Hier ist das Ziel dieser Behandlungsmethode die Mobilisierung von im Gewebe gestauter eiweißreicher Flüssigkeit, deren Abtransport über das Lymphgefäßsystem sowie verhärtetes Gewebe zu lockern.

Weshalb ist die richtige und konsequente Entstauungstherapie beim Lymphödem so entscheidend? Weil nur so das Lymphödem reduziert und das Ergebnis dauerhaft gehalten werden kann. Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie bewirkt z.B.

  • das Abfließen von Lymphflüssigkeit
  • das Auflösen von Verklebungen in verhärteten Bindegewebe
  • das Aktivieren des Lymphgefäßsystems
  • die Zunahme des Lymphödems wird verhindert oder verlangsamt
  • die Schmerzhaftigkeit wird gelindert

Je früher die Therapie begonnen wird, desto besser stehen die Aussichten auf gute Ergebnisse.

Zwei Phasen der Entstauungstherapie

Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie ist als 2-Phasen-Theraoie definiert, die aus einer Entstauungsphase und einer Erhaltungsphase besteht.

Phase I Entstauungsphase:

In der Phase I, der Entstauungsphase, geht es hauptsächlich darum, die vorhandene Schwellung mittels Manueller Lymphdrainage so weit wie möglich zu vermindern. Die Entstauung kann zwischen zwei und drei Wochen dauern. Zwingend notwendig ist es hier, dass nach jeder Lymphdrainage die Kompressionsbandagierung mit speziellen Kurzzugbinden, die mit Polstermaterialien kombiniert werden, durchgeführt wird. Ohne eine Bandagierung nach der Lymphdrainage würde das Ödem wieder „volllaufen“ und die Manuelle Lymphdrainage wäre ohne Wirkung.

Phase II Erhaltungsphase:

Die Phase II, die Erhaltungsphase, dient dazu, den Entstauungserfolg des Beines/Armes zu erhalten. Hier kommen flachgestrickte medizinische Kompressionsstrümpfe zum Einsatz. Diese werden als Maßanfertigung für jeden Patienten individuell angefertigt und 6 Monate getragen. Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe bilden eine optimale „Wand“ gegen das Ödem. Diese Eigenschaften verhindern bei regelmäßigem Tragen ein erneutes Anschwellen der Extremitäten. Die Erhaltungsphase dauert in der Regel ein Leben lang. Denn wird die Therapie unterbrochen, kommt es erneut zu einer Zunahme des Ödems.

Leitsatz bei der Behandlung von Lymphödemen ist daher:
Keine manuelle Lymphdrainage ohne Kompressionsbandagierung!

Nur die konsequente Einhaltung der Entstauungstherapie verhindert, dass sich das Lymphödem verschlimmert.

Die Therapiemaßnahmen im Detail

Alle Schritte der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie sind perfekt aufeinander abgestimmt, denn nur so kann ein optimales Therapieergebnis erzielt werden.

Hygiene und Hautpflege

Die Therapie beginnt mit der gründlichen Hautpflege, bei der eventuell vorhandene Hauteinrisse usw. behandelt werden. Wichtig ist stets eine konsequente Pflege und Hygiene der Haut, um Infektionen sowie Risse zu vermeiden. Achten Sie darauf, ausschließlich pH-neutrale, seifenfreie Reinigungsmittel und Cremes zu verwenden, denn bei Lymphödemen bildet sich der Säureschutzmantel der Haut zurück. Schonende Pflege ist daher sehr wichtig.

Manuelle Lymphdrainage

Sie ist zentraler Bestandteil der Entstauungstherapie und keinesfalls mit einer herkömmlichen Massage zu vergleichen. Durch kreisförmige Bewegungen in Kombination mit bestimmten Pump-, Schöpf- und Drehgriffen werden die Lymphgefäße angeregt. Flüssigkeit wird dann aus dem ödemreichen Gebiet in funktionelle Gebiete verschoben und dort vom Lymphgefäßsystem aufgenommen. Verhärtetes Bindegewebe wird gelockert. Schon nach kurzer Zeit können hier sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

Komperessionstherapie

Im Anschluss an die Manuelle Lymphdrainage sollte immer die Kompression erfolgen, nicht nur um das Ergebnis zu sichern, sondern auch um den Lymphabfluss weiter zu fördern. Die Kompression erfolgt entweder in Form einer Kompressionsbandage, wofür Ihr Arzt zuvor das Bandagematerial verordnen muss. Eine Bandage ist während der Phase I sinnvoll, weil sie täglich an den momentanen Schwellungszustand angepasst werden kann. Ein Kompressionsstrumpf wird im Sanitätshaus angepasst und muss täglich getragen werden. Ein Strumpf wird in der Phase II eingesetzt, er hält ein erreichtes Level. Das Tragen von medizinischen Kompressionstrümpfen nach Maß vermindert ebenso die Schwellung und verhindert vor allem die neuerliche Zunahme des Ödems.

Entstauungsgymnastik

Beim Lipödem ist die Haut sehr dehnbar (geringe Elastizität). Sie kann dem bei Bewegung von den Muskeln erzeugten wechselnden Innendruck im Gewebe keinen Widerstand entgegensetzen. Die Kompression übernimmt die Funktion des Widerlagers. Darum aktiviert die Kombination aus Kompression und Bewegung die Muskel- und Gelenkpumpen. Bei uns Menschen geschieht dies maßgeblich durch die An- und Entspannung der Muskulatur, die sogenannte Muskelpumpe. Wer schon mal längere Strecken im Flugzeug saß, wird bemerkt haben, dass die Beine anschwellen, eben deshalb, weil die Muskelpumpe ausgeschaltet war. Durch gezielte Gymnastik kommt es zu einer Steigerung des Lymphtransportes und damit zu einer Abnahme des Ödems.

Indikationen für eine KPE

  • Bei primären und sekundären Lymphödem
  • Nach Krebsoperationen mit Lymphknotenentfernung
  • Nach operativen Eingriffen
  • Bei Schwellung nach Verletzungen
  • Nach mund-, kiefer- oder gesichtschirurgischen Operationen
  • Bei chronischer Venenschwäche (nur wenn Schwellung dauerhaft vorhanden ist)
  • Bei Lipödem
  • Bei Sklerodermie
  • CRPS (Morbus Sudeck)
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises