EGO Praxis für Physiotherapie und Massage

Praxis für Physiotherapie und Massage

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20 Min. 25 Min.
30,00 € 35,00 € auf Rezept

Manuelle Therapie

Behandlung von Schmerzen durch manuelle Eingriffe

Ist die Einheit Gelenk-Muskel-Nerv gestört, kommt die manuelle Therapie zu Einsatz. Als erhaltende Therapieform unterstützt sie die Wiederherstellung der normalen Gelenkfunktionen, indem sie Schmerzen lindert und Blockaden beseitigt. Mit speziellen Handgrifftechniken werden Bewegungsstörungen lokalisiert, analysiert und besonders schonend behandelt.

Mit der staatlich anerkannten Zusatzqualifikation zur Durchführung der manuellen Therapie mobilisieren wir dabei die Gelenke, dehnen verkürzte muskuläre Strukturen und kräftigen die geschwächten Strukturen. Zusätzlich zu der eigentlichen Behandlung wird der Patient in Eigenarbeit geschult.

Manuelle Therapie – Heilen mit den Händen: Worum geht es?

Manuelle Therapie …

heißt wortwörtlich: Heilbehandlung mit den Händen. Manuelle Therapie gibt es in diesem Sinne wohl so lange, wie es Menschen gibt. Auf jeden Fall kann man sie bis in die Antike zurückverfolgen. Schon Hippokrates war unter anderem die Traktion bekannt. Bekannt ist auch, dass in vielen Kulturen manuelle Techniken von Generation zu Generation weitergegeben und ausgeübt wurden bzw. heute noch angewendet werden.

… ist eine systematisch physiotherapeutische Untersuchung und Behandlung des Bewegungssystems

Die eigentliche Manuelle Therapie, die Behandlung mit den Händen zur Schmerzliderung, zur Mobilisierung und zur Beeinflussung der Gewebebeschaffenheit, ist dabei ein Bestandteil eines umfassenden Konzepts. Zu einem sinnvollen Behandlungsaufbau gehört (je nach Indikation) auch der Einsatz

  • physikalischer Therapie,
  • aktiven Trainings mit oder ohne Gerät zur Mobilisierung, Stabilisierung oder Leistungssteigerung
  • sowie Beratung und Instruktion

um die erreichten Therapieziele wie Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung langfristig zu sichern.

… und ist eingebettet in umfassende Therapiekonzepte

Doch eine moderne Manuelle Therapie ist noch mehr. Sie nimmt die Persönlichkeit und die Lebenszüge des Patienten wahr und entwickelt damit eine ganzheitliche, eine biopsychosoziale Sichtweise der Beschwerden am Bewegungsapparat. Denn Beschwerden und Funktionseinschränkungen sind nicht nur ein biomedizinisches Problem. Die Therapie ist dabei immer eine Kooperation, eine von Therapeut und Patient gemeinsam vorgenommene Suche nach einer Lösung für das jeweilige gesundheitliche Problem.

Wie wirkt die Manuelle Therapie?

Ziel und Zweck der Manuellen Therapie ist die Behandlung von Gelenk- und Rückenbeschwerden durch die Anwendung von speziellen Handgriffen. Auf diese Weise können Gelenke von Armen, Beinen oder der Wirbelsäule wieder eingerenkt werden, wodurch sich schmerzhafte Blockaden oder Verspannungen lösen lassen. Die Gelenke können danach wieder besser bewegt werden.

Die Techniken der Manuellen Therapie eignen sich zur Schmerzlinderung wie auch zur Mobilisation von Bewegungseinschränkungen. Voraussetzung ist, dass die Einschränkungen durch eine Funktionsstörung des Gelenks oder der zugehörigen Muskulatur verursacht werden, die sich durch die Anwendung auch beheben lassen kann. Bei degenerativen Erkrankungen wie etwa einer Gelenksarthose und damit nachhaltig beschädigten Gelenksknorpeln kann die Manuelle Therapie nur bedingt helfen.

Bei der Manuellen Therapie spielt das Bindegewebe eine wichtige Rolle. Die Manuelle Therapie soll krankhafte Veränderungen des Bindegewebes auflösen, welche durch Krankheit, Verletzung, Fehlhaltungen oder Bewegungsmangel entstehen.

Durch Techniken wie Zug, Druck und Dehnung setzt der Therapeut Reize, welche die Selbstheilungskräfte des Gewebes anregen. Der Fluss von Gewebswasser und Lymphe sowie die Durchblutung werden gefördert, Muskelverspannungen abgebaut und die Beweglichkeit gesteigert. Durch Druck auf Zellen werden außerdem Signalwege und Gewebshormone aktiviert – dies kann Nerven und Psyche beeinflussen und beispielsweise Schmerzen lindern.

Durch Manuelle Therapie die Selbstheilungskräfte aktivieren

Bei vielen Beschwerden, wie zum Beispiel Rückenschmerzen, werden häufig Schmerzmittel eingenommen, die die Symptome lindern. Doch nicht immer ist dies der richtige Weg, da die Schmerzen somit irgendwann wieder kommen. Nützlicher ist es, die Ursache zu erkennen und diese zu bekämpfen: dabei ist die Manuelle Therapie eine große Hilfe.

Nach Ansicht dieser modernen Behandlungsmethode entstehen Beschwerden am Körper durch Blockaden im Nervensystem. Werden diese gelöst, kann der Körper dabei unterstützt werden, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Störungen im Nervensystem können den gesamten Körper betreffen – so kann es dadurch zu Schlafstörungen, Kreislaufbeschwerden, einem schwachen Immunsystem und vielen mehr kommen.

Vor allem beim Bandscheibenvorfall hat sich die Arbeit des manuellen Therapeuten als wirksam erwiesen, und das ohne lästige Spritzen. Dadurch, dass die Halswirbel wieder in ihre normale Lage gebracht werden, können die Beschwerden langfristig beseitigt werden.

  • Wer also unter Rückenschmerzen leidet, sollte sich zunächst über alternative Möglichkeiten informieren und nicht gleich zu Medikamenten greifen.

Wann wird die Manuelle Therapie eingesetzt?

Die Manuelle Therapie kann zur Behandlung verschiedenster Erkrankungsbilder eingesetzt werden. Klassische Anwendungsgebiete sind:

  • Schmerzen und Bewegungseinschränkungen von Rücken und Extremitäten durch Blockaden, Fehlbelastungen, verkürzte Muskeln und Sehnen

  • Einschränkung der Beweglichkeit der Gelenke, z.B. nach Entzündungen, Operationen oder Ruhigstellungen

  • Arthrose

  • Narbenbehandlung und Rehabilitation nach Verletzungen

  • bei Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (Ödemen)

  • bei bestimmten Formen von Kopfschmerzen, Tinnitus und Schwindel

Wie wird die Manuelle Therapie durchgeführt?

Im Rahmen einer Manuellen Therapie werden sanfte Dehnungsbewegungen auf die Gelenke ausgeübt. Behandlungsgrundsätze der Manuellen Therapie sind die so genannten drei Ks, die sich aus

  • kleiner Kraft,
  • kurzem Weg und
  • kurzer Zeit

Vorbereitung der Manuellen Therapie

Vor der Durchführung der Manuellen Therapie macht sich der Therapeut ein Bild von den Beschwerden des Patienten, indem er

  • das Ausmaß,
  • die Art und
  • die Dauer

der Gelenk- und Wirbelprobleme feststellt. Ebenso können mögliche Vorerkrankungen, Operationen, verwendete Medikamente oder die Lebensumstände von Wichtigkeit sein.

Handgriffe und Techniken

Die Manuelle Therapie umfasst verschiedene Anwendungen und Techniken. Dazu zählen Massage und Lymphdrainage sowie Techniken, bei denen der Therapeut z.B. Gelenke passiv bewegt, sanft in Gewebe hineingreift, Druck oder kreisende Bewegungen ausübt. Der Therapeut benutzt allein seine Hände, um Gewebeveränderungen zu ertasten und zu behandeln. Während der Manuellen Therapie werden außerdem auch Übungen, bei denen der Patient aktiv mitarbeitet, angewendet.

Die Auswahl der jeweiligen Mobilisationstechniken, die der Physiotherapeut einsetzt, wird durch den Befund, die eingeschränkte Bewegungsrichtung und die Form des Gelenks bestimmt. Die drei Grundtechniken der Manuellen Therapie sind die Traktion, die Gleittechnik und die Entspannungs- Dehn- und Gleittechnik.

  • Traktion
    Bei dieser Technik wird das Gelenk gedehnt und der Gelenkspalt vergrößert. Dies führt unter anderem zu Druckminderung, Entlastung und Schmerzlinderung. Außerdem verbessert sich durch die Dehnung von Bändern und der Gelenkkapsel die Beweglichkeit.

  • Gleittechnik
    Mit Hilfe von Gleittechniken bewegt der Physiotherapeut die beiden Gelenkflächen parallel zueinander. Dadurch verbessert sich das Gelenkspiel und die Bewegung fühlt sich wieder leichter an.

  • Adjustierung
    Durch spezielle Handgriffe werden kleine Verschiebungen der Wirbelkörper am Rückgrat wieder eingerenkt. Dadurch soll der Druck auf das Rückenmark in die dort abgehenden Nerven (Spiralnerv) gemindert werden. Diese Behandlung eignet sich beispielsweise bei Rückenschmerzen durch einen “Hexenschuss“, die Ischialgie.

  • Entspannungs- Dehn- und Gleittechnik
    Eine Auswahl an speziellen Entspannungs-, Dehn- und Gleittechniken verbessert schließlich den Zustand der Muskulatur und der Nervenbahnen, so dass die neu gewonnene Bewegungsfreiheit voll ausgeschöpft werden kann.

Ablauf der Behandlung

Bei der Behandlung kann durch das Lösen einer Blockade ein lautes Knacken zu hören sein, was aber kein Grund zur Beunruhigung ist. Eine fachgerecht durchgeführte Manuelle Therapie verursacht in der Regel keine Schmerzen.

Eine Behandlungseinheit dauert je nach Therapieplan zwischen 15 und 25 Minuten. Oft schließt sich daran eine Wärmebehandlung und/oder eine Nachtruhe an. Je nach aufgestellter Diagnose können Zyklen von 6, 12 oder 18 Behandlungen verordnet werden. Manchmal können auch unterstützende Maßnahmen wie Krankengymnastik erforderlich sein.

Nebenwirkungen und Risiken: Ist die Manuelle Therapie gefährlich?

Die teilweise mit hohem Kraftaufwand praktizierten Techniken der Manuellen Therapie haben direkte Auswirkungen auf die Gelenke – genau das ist auch das Ziel. Da hierbei oder durch ruckartige Bewegungen jedoch Schaden an den Gelenken angerichtet werden kann, ist die Weiterbildung zum Physiotherapeuten (mit Zusatzqualifikation „Manuelle Therapie“) gesetzlich geregelt und umfasst mindestens 260 Stunden. Mögliche Schäden durch die Manuelle Therapie wie akute Verletzungen, Knochenbrüche oder das Einklemmen von Nerven sind daher selten.

Techniken an Halswirbelsäule und Kopfgelenken sollten nur behutsam durchgeführt werden. Nach einer Therapiesitzung kann es vorübergehend zu muskelkater- ähnlichen Schmerzen, Kopfschmerzen und Schwindel kommen.

Nicht angewandt werden darf die Manuelle Therapie bei:

  • akuten Entzündungen des zu behandelten Gelenks,
  • Infektionen,
  • Knochenbrüchen,
  • ausgeprägter Osteoporose,
  • akutem Bandscheibenvorfall,
  • Blutkrankheit,
  • Thrombose oder
  • angeborenen Fehlstellungen